The Distortion of Sound [Full Film] – YouTube


The Distortion of Sound [Full Film] – YouTube.

As long as there are people and artists being concerned about this, there is hope:

I miss liner notes and sitting in a room with a couple of friends appreciating the same music terribly, too!

P.S. Find the entire interview with Quincy Jones here.

The Music Industry Is Literally Brainwashing You to Like Bad Pop Songs — Heres How – Mic


smartphone lady

Here’s an interesting article on how the pop music industry exploits neurobiological traits in humans to foist their products on us. Kindly brought to my attention by my Facebook buddy and singer extraordinaire Adriano Prestel:

via The Music Industry Is Literally Brainwashing You to Like Bad Pop Songs — Here’s How – Mic.

Sommerfest im Café und Kino Breitwand Herrsching mit “Vorteilspack” | wesboundmusic


sommerfest breitwand herrschingGerade als ich mich von einer Woge vorwiegend selbst herbeigeredeten Weltschmerzes davontragen lassen will, mit beeinflußt aus einer Kombination aus Schlafmangel, ein klein bißchen Abgeschlagenheit und dem einen oder anderen Bier zuviel – oder war’s zuviel Sonne…? :P -, gerade als ich mich zu fragen beginne, welchen Stellenwert Kunst im allgemeinen und Musik im Besonderen in der heutigen Zeit noch haben, gerade als der selbstgebastelte Blues-Oregami den Großteil meiner Aufmerksamkeitsspanne für sich zu vereinnahmen droht, kommt das daher: Vorteilspack, heute auf dem – übrigens trotz Starkregen überaus gelungenen und gut gelaunten – Sommerfest im Café Breitwand Herrsching anlässlich des heute zu Ende gehenden Fünfseenfestivals.

Vorteilspack, das sind Max Grüner an der Akustikgitarre, Gesang und Mundharmonika, Jonas Dannecker an Cajon, Djembe, Klarinette und weiteren Percussions sowie Jakob Schuster an ebenfalls Akustik- sowie E-Gitarre. Im Gepäck haben sie ihre im Sommer 2013 aufgenommene und im Februar 2014 veröffentlichte CD “Alone on an Island” (hier reinhören) sowie zwei, drei Filmmusik-Covers, die filigrane, auf’s erste Hören minimalistisch daherkommende, dann aber doch sehr differenziert ausgearbeitete Kompositionen der drei jungen Künstler präsentiert, die sie selbst als Akustik Pop betiteln, sofern es überhaupt einer Einordnung bedarf. Besser ist aber vielleicht, sich einfach verzaubern zu lassen von dieser – nennen wir sie mal Familienpackung – an Talent, das die Jungs auf der Bühne im Foyer des Breitwands präsentieren. Für den vom Zahn der Zeit nicht gänzlich verschont gebliebenen Autor dieser Zeilen ist kaum fassbar, wie sie das machen: Texte, die Tiefgang, Nachdenklichkeit und vielleicht auch die eine oder andere Kritik am Weltgeschehen in sich haben, an die Adresse des sichtlich gefesselten Publikums mit brilliantem Satzgesang und harmonischer Dichte geliefert, das Ganze eingepackt in einen Soundtrack, der von einer musikalischen Reife zeugt, die sich mit dem Lebensalter der drei irgendwie kaum vereinbaren lässt. Auf die Frage angesprochen, was sie denn privat hören, kommen Namen wie John Frusciante, ehemaliger Gitarrist und background-Vokalist der Red Hot Chilli Peppers von Max, dann aber natürlich die geradezu unvermeidlichen Gitarren-Heroes der 60-er und 70-er wie z.B. Jimi Hendrix oder David Gilmour von Pink Floyd, die Jakob als Einflüsse nennt, sowie die Fusion aus Akustik-Pop und Electro bei Jonas. Kurzum: Jeder der drei weiß ganz genau, was er will und gut findet – und sie schaffen es dennoch – oder gerade deshalb? – diese Vorstellungen in einer organischen, dynamischen und schlußendlich von begeisterten Zugabe-Rufen gekrönten Performance zu vereinen. Auf ein rhythmisch verlässliches und an Raffinesse keineswegs armes Fundament setzt Max ein von klassischen Akzenten bestimmtes Harmoniegebilde, über das wiederum Jakob eine mal funky, mal bluesig, mal rockig und gelegentlich auch beinahe psychedelisch klingende, improvisierte Sologitarre legt – wenn er nicht ebenfalls mit reichhaltigen offenen Chords die Harmoniearbeit von Max unterstützt.  Was nun nicht heißen soll, dass die Rollen hier fest vorgegeben wären: Mal soliert Jakob, wahlweise auf der weißen Fender Stratocaster, mal auf der Seagull-Akustikgitarre, mal Max auf der nylonsaitenbespannten Akustikgitarre oder auf der Mundharmonika – wobei sich auch hier wieder multiinstrumentale Fähigkeiten auf’s Nachdrücklichste zeigen, Stevie Wonder oder Toots Thielemanns lassen grüßen! -, mal krönt Jonas’ Klarinette die Performance mit lyrischem Klang und virtuosem Spiel. Auch beim Gesang zeigt sich das musikalische Profil der drei, denn jeder übernimmt wahlweise background- oder lead-Gesang – und unterstreicht mit jeweils unterschiedlichem Timbre die Vielfalt des Trios auch vokalistisch.

Und wo ist der Haken bei diesem Dreierpack – oder gibt’s etwa gar nichts zu kritisieren? Angesichts dreier starker Persönlichkeiten wäre nun naheliegend, die unter Bühnenmenschen sehr häufig beobachtbaren “Revierkämpfe”, das Buhlen um den größten Anteil an Publikumsgunst erleben zu müssen. Aber weit gefehlt: Auch hier lassen die Musiker eine Reife erkennen, die sogar gestandenen Langzeitprofis häufig fehlt oder abhanden gekommen ist: Die jeweiligen einzelnen Beiträge ordnen sich der Musik, dem Song unter, wie Jonas später auf Nachfrage bestätigt. Und tatsächlich kann man während des Konzerts eine Aufmerksamkeit füreinander, ein spontanes Reagieren und sensibles, hochkonzentriertes aufeinander Eingehen ausmachen, das Spannungsbögen erzeugt, um sie gleich wieder aufzulösen, wodurch eine Dynamik entsteht, die eben das Wesen hervorragender Live-Musik und exzellenter Musiker insgesamt ausmacht.

Wer außerdem meint, selektive Wahrnehmung vermuten zu müssen und sich auf Attribute wie “jugendlicher Charme”, “Jugendlichen-Bonus” oder ähnliche Verkürzungen einlässt, weil beispielsweise die anwesenden Damen noch einen Tick begeisterungsfähiger waren…. :-) übersieht und -hört die musikalische Qualität, die die Kompositionen und der Vortrag vom ersten bis letzten Ton der Zugabe – eine zweite musste dann wegen der fortgeschrittenen Uhrzeit entfallen – ausmachen. Gefälliges Aussehen, jugendliches Alter sind und waren bei jeglicher Art von Bühnendarbietung schon immer “harte Währung”. Aber im Zentrum steht dann auf jeden Fall die musikalische Substanz dieser jungen Ausnahmegruppe – und versöhnt den Autor dieses Beitrags mit der Welt und  kurzzeitig aufflammenden Anwandlungen von generellem Kulturpessimismus. Solange Menschen aus freien Stücken solche Musik machen, den künstlerischen Ausdruck suchen und durchaus bereit sind, wirtschaftliche, lebensplanerische oder auch musikalische Risiken einzugehen – solange ist alles gut im Fünfseenland und darüberhinaus.

Am 22.08.2014 spielen Vorteilspack im Alten Bahnhof Steinebach. Die Fußball-WM ist vorbei, das Fünfseenfilmfestival dann auch – also gibt es keine gute Entschuldigung, sich diesen Auftritt entgehen zu lassen. Anschließend ziehen sich die drei zur Ausarbeitung weiteren Materials erstmal auf einen abgelegenen Bergbauernhof zurück. Was dabei rauskommt – wird mit Sicherheit wieder spannend und macht neugierig!

© wesbound, 02.08.2014