“Die größten Jazzproduzenten waren Deutsche”: Jazzproduzent und Label-Chef Siggi Loch im DIE WELT-Interview


Quelle: “Die größten Jazzproduzenten waren Deutsche” – Nachrichten Welt Print – DIE WELT.

Man lernt nie aus (und ständig zu lernen macht außerdem noch jede Menge Spaß!). Interessantes Interview über Siggi Loch, den vermutlich bedeutendsten europäischen Jazz-Produzenten und Label-Chef unserer Zeit. Das aufmerksame Lesen – auch und besonders zwischen den Zeilen – eröffnet interessante Einblicke in dieses ausgesprochen volatil daherkommende Geschäft. Für mich ist der wichtigste Aspekt der, dass man – weitgehend kompromißlos – den eigenen Zielen und Intuitionen folgen muss. Nur so kann man sich mittel- bis langfristig vom Mitbewerb abheben und – im Idealfall – zu Erfolg kommen. Tolle Sonntagslektüre. (ist mir übrigens bewußt, dass der Artikel schon etwas älter ist. Die gemachten Aussagen scheinen mir dennoch zeitlos zutreffend).

Und hier noch ein weiteres, interessantes Interview im Tagesspiegel.

“Love Comes to Town” (Again): Torsten Goods & Band @ Residenz, Allerheiligen-Hofkirche, München



Torsten Goods & Band, Freitag, 11.04.2014 Residenz, Allerheiligen-Hofkirche – München Ticket.

Nach Eintritt in die Allerheiligen Hofkirche im Münchner Residenz-Carré gleich einmal ehrfürchtiges Staunen ob der schlichten, aber doch beeindruckenden Rundbogeninnenarchitektur, unverputzten Wänden und Säulen, dezenter indirekter Beleuchtung und ein paar wenigen Wandgemälden – für eine Kirche ein überraschend schlichtes, aber dennoch wirkungsvolles Erscheinungsbild. Und auch Torsten Goods drittes Konzert der “Love Comes To Town“-Tournee im Münchner Raum bzw. diesmal in der Innenstadt bewegte sich in einem interessanten Spannungsfeld von äußerlicher, vordergrundiger Schlichtheit – der Aufwand an Beschallungs- und Lichttechnik blieb überschaubar – und größtmöglicher erzielbarer Wirkung, die die – auch schon bei den zurückliegenden Konzerten – ungeheuer spielfreudige Band mit einer coolen Gelassenheit und Leichtigkeit entfaltete, die sie ein ums andere Mal als Ausnahmeerscheinung im Livemusik-Geschehen auszeichnet.

Dass auch die Technikcrew ihr Handwerk verstand, wurde insbesondere angesichts der optisch wirkungsvollen, aber akustisch sicherlich schwer zu beherrschenden Location deutlich, sind doch glatte Flächen und komplexe Rauminnenformen für jeden Tontechniker der reinste Albtraum: Sog. natürliche Reflexionen, die den produzierten Schall unbarmherzig von der Wand in den Innenraum zurückwerfen, überlagern den Originalsound von der Bühne häufig in einer Weise, die zu kaum eliminierbaren Effekten wie akustischen Auslöschungen oder unerwünschten Verzögerungen führt. Dennoch gelang es der Tontechnik, das Klangbild transparent genug zu machen, dass ein ausgewogener Klang im locker gefüllten Kirchenschiff ankam. Womit mit “locker” gleich wieder ein Stichwort gefallen wäre: Selten erlebt man einen Frontman so lässig-gelassen, so souverän, so selbstsicher und dabei mit sichtlicher Freude am eigenen Tun ohne jemals in irgendeiner Weise prätentiös oder “divenhaft” zu wirken – obwohl Torsten Goods trotz seiner jungen Jahre bereits Karrierehighlights in Zahl und Qualität vorweisen kann, an denen andere ein Leben lang basteln: Im jugendlichen Alter von 17 Jahren Schüler von Peter O’Mara, der seinerseits ein in der Münchner und internationalen Jazz-Szene geläufiger Name ist, Studienaufenthalte bei der Jazzgitarrenlegende Jim Hall und John Scofield im Sommer 1999 und 2000 in New York, dann Eintritt in das von Peter Herbolzheimer geleitete Bundesjazzorchester. Schließlich von 2001 bis 2003 ein Jazzgitarre-Stipendium an der New School University in New York City und persönlicher Kontakt mit weiteren Jazz-Legenden: George Benson und Les Paul – letzterer gab Torsten Gutknecht seinen jetzigen Künstlernamen. Seit 2001 hat der 33 Jahre junge Torsten Goods nicht weniger als sechs Soloalben veröffentlicht sowie vielfach auf Alben international renommierter Künstler mitgewirkt und Künstler wie z.B. Sarah Conner als Music Director auf Tournee begleitet. Auftritte auf den Leverkusener Jazztagen sowie der Jazzwoche Burghausen und die 2004 erfolgte Nominierung für den Preis der deutschen Schallplattenkritik darf man getrost als musikalischen Ritterschlag verstehen.

Aber Stipendien, Preise und Mentorenschaft großer Namen sind das eine, das gespannt und erwartungsvoll versammelte Publikum Abend für Abend auf’s Neue zu gewinnen, zu verzaubern und zu überzeugen das andere – und letzteres entscheidet schlussendlich darüber, wer in diesem hart umkämpften, schnelllebigen und reichlich vergesslichen Geschäft nicht nur den Fuß in der Tür behält, sondern diese auch ganz zu den eigenen Gunsten aufstößt – und aufhält! Und so darf man die vielen Termine der aktuellen “Love Comes To Town”-Tour, die teils in den gleichen Häusern mehrfach zu verschiedenen Zeitpunkten eine erneute Einladung erfuhren, durchaus als Qualitätskriterium für eben diese Leistung verstehen, bestehende und neue Fans so nachhaltig zu überzeugen, dass diese stets erneut neugierig auf die Darbietung des nun bereits weitläufig bekannten Materials sind, wohlwissend, dass es Goods und seiner hochkarätigen Band ein ums andere Mal gelingt, vollkommen frisch und unverbraucht, immer voll überschäumender Freude am Performen und auf allerhöchstem musikalischen, aber auch unterhaltenden Niveau mit guter Laune und perfekter Beherrschung der Instrumente und Stimme die anwesenden Fans und Musikliebhaber früher oder später von den Sitzen zu reißen. So auch diesmal, wenngleich der vornehme, um nicht zu sagen ehrfurchtgebietende Rahmen durchaus eine gewisse Zurückhaltung nahezulegen schien. Aber spätestens wenn Goods mit unerschütterlicher Selbstsicherheit “You Wind Me Up” singt und der ganze Körper zum Instrument wird, er die Gitarre rhythmisch um die Körpermitte kreisen lässt, mal kehlig, mal mit feingranuliertem Tremolo in der Stimme intoniert, sich breitbeinig aufstellt und Mikrostativ oder Gitarre mit festem Griff umfasst, spätestens dann leuchten die Augen im Publikum, sind die Damen – aller Generationen übrigens – hingerissen und die Herren schwer beeindruckt! Das ist reinrassiges Performen – musikalischer Anspruch und Tiefe treffen auf souveräne Bühnenpräsenz und -darbietung! Diese Qualitäten können und konnten in der gesamten Musikgeschichte nicht allzuviele Künstler für sich in Anspruch nehmen. Selbst so mancher (Rock-) Superstar kann es an cooler Nonchalance und dabei virtuoser Beherschung von Instrument und Stimme nicht mit einem Entertainer dieses Kalibers - im besten Sinne – aufnehmen.

So verwundert es auch kaum, dass bereits nach dem ersten Set immer wieder begeisterter “Szenenapplaus” nach den teils fulminanten Soloparts von Goods oder Miserre (keyboards), später auch von Felix Lehrmann an den Drums zu hören war, sowie sogar vereinzelte Jubelrufe nach Ausklingen des jeweiligen Songs. Und selbstverständlich liess das Münchner Publikum die Band nicht ohne Zugabe weiterziehen, die gewissermaßen zur “impromptu Session” wurde: Der noch wenige Tage zuvor spontan eingeladene Max Merseny stieg zu Beginn des zweiten Sets beim berühmten Crusaders-Cover “Put it Where You Want it” und “Heart to Heart” als Gaststar ein – ein schönes “Rückspiel” für die Munich Summer Jazz Week 2012 in der Unterfahrt München, wo Max Merseny seinerseits Torsten Goods als special guest und Überraschungsgast des Abends geladen hatte. Im weit über die Grenzen Münchnens hinaus bekannten Jazzclub Unterfahrt erfolgte dann übrigens auch rund ein Jahr später der Tournee-Auftakt zu Torsten Goods aktueller “Love Comes to Town”-Tour.

Etwas bedächtiger zu ging es bei “No Religion“, einem Song der 2006 erschienenen “Irish Heart“-CD, der die nordirischen Bürgerkriegsunruhen thematisiert, “Carrickfergus“, ebenfalls auf “Irish Heart” sowie dem Adele-Cover “Someone like You“, um dann gleich wieder vom beschwingten “Freedom Every Day” und “Summer Lovin‘” (im zweiten Set) abgelöst zu werden. Dazu in jedem Song Solos von Torsten Goods oder Jan Miserre, die sich an Originalität und Virtuosität jeweils gegenseitig übertrafen – alles stets getragen vom unerschütterlichen Groove aus den Sticks und Drums Felix Lehrmanns und Christian von Kaphengst am Bass.

Und wenn dann nach gut zwei Stunden doch irgendwann der Vorhang fallen muss, will man es kaum für möglich halten, dass die Zeit doch schon wieder so schnell verflogen ist – obschon die Dichte an musikalischem Können und die Auswahl der Songs das Publikum über die gesamte Zeit vollständig in Atem halten und in Beschlag nehmen. Es scheint, als hätten Torsten Goods und seine musikalischen Begleiter den Inbegriff von Kulturveranstaltungen auf höchstem Niveau wiederentdeckt und ihnen ohne Scheu ihren eigenen Stempel aufgedrückt. Fazit: “When Love Comes to Town” sollte man auch da sein!

(Quellen: Torsten Goods Website, Wikipedia, ACT! Music und von den vorgenannten Adressen weiterführende Quellen)

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Challenging Your Conventional Listening Stereotypes: Zach Danziger and Owen Biddle TEDx Performance


After last night’s concert of O.S.Z. - short for: Owen Biddle (bs), Sixtus Preiss (keys) and Zach Danziger (dr) – at Kongress Bar Munich, I ventured a little further into finding out about the concept that Owen Biddle and Zach Danziger started with Oli Rockberger, who manned the keyboards at last year’s performance in the same venue in Munich. And I came across this:

Zach Danziger and Owen Biddle TEDx Performance.

Now, as an avid live music buff or culturally inclined individual, I think it’s a good idea to be prepared for the fact that you can leave your typical ways of conventional listening to music at home – and this doesn’t even account for your preferred genre of music. Instead, what you’re going to experience transcends downtrodden, stale ideas of genre, musical form and performances thereof: You’ll experience a sonic vortex that will challenge not only your musical self – be it as an active musician or music lover -, but what the congenial power trio are bringing to the stage in real time is nothing short of a new approach to sonic perception per se. Forget about figuring out, where the predominant beat of any given bar is placed, cast aside ideas of “four on the floor” or even just regular measures, but try to open your mind to the idea of a pulse being generated from a free form of audio triggers that will still amalgamate into an inimitable blend of phrases, beats and heavily throbbing sub-tones coming from Biddle’s bass with its equally outstanding looks sporting an acrylic body, thus exposing the electronics built into the instrument.

With this year’s lineup the sound seems to have changed a little bit over last year’s, probably due to a new, less cumbersome approach of the band to setting up and handling the electronic hardware involved in creating these fireworks of signals, both conventional as well as MIDI-triggered/electronic. In a nutshell, you could say that each instruments is connected to an audio interface that functions a little bit like a microphone at its core, thus sending the regular audio impulse to a piece of software on the laptop, from which a series and layers of electronic signals are being generated. I hadn’t really asked for a proper interview slot nor asked for such a thing impromptu (thus respecting the band’s schedule and existing agreements with other parties), but managed to get this one inquiry in when overhearing another interviewer’s question, while the band finished setting up and checking sound. For the tech geeks amongst  us: From what I derived from Zach Danziger’s reply was that they now use an approach, which takes the raw audio signal, sends it into the software, the software reads “transient spikes” of audio and uses those spikes to generate a MIDI signal to be interpreted by sound generating plug-ins, such as e.g. MIDI synthesizers or arpeggios coming from said plug-ins. I would have loved to follow up on this and get the specific details, but this time, I hadn’t really arranged for such an opportunity in advance. But if you watch above video closely – in particular the media screen behind the musicians – you get the basic idea of how the equipment is wired and who controls what at any given moment during the performance.

What’s interesting about this approach is that there is a stronger place and role for the conventional sounds coming from the instruments. In other words: Whereas last year’s sound was almost purely electronic, this year’s sound provided a more prominent place in the mix for the instruments per se, which became visually and sonically apparent via Preiss’s vintage Fender Rhodes piano on stage, which created a nice antidote to the purely electronic sounds coming from all sorts of other keyboards and hardware they had set up. At the risk of contradicting my own headline here: You might say that the instruments’ natural sounds being more present in the overall “audioscape” might be taken as a kind of sonic “guardrail” or “anchors”, whereby you might have an easier time discerning all of what’s going on on stage.

The most impressing thing – to me, anyway – was the connection between the band members and just how they’re capable of keeping that pulse going without form, lead sheets and acting purely on feel, instinct and a few cues here and there, while they seemed to take turns in “leading the pack” musically with the other two responding immediately and making musical sense of whatever was introduced at any given moment.

If you had to put it in one phrase, I’d say this outstanding act represents a musical force majeure that can barely be explained, but needs to be experienced in order to get the full effect of their art. And isn’t true art about challenging conventions of any kind here and there? If that was true, O.S.Z. fully deliver!

Challenging Your Conventional Listening Stereotypes: Zach Danziger and Owen Biddle TEDx Performance


After last night’s concert of O.S.Z. - short for: Owen Biddle (bs), Sixtus Preiss (keys) and Zach Danziger (dr) – at Kongress Bar Munich, I ventured a little further into finding out about the concept that Owen Biddle and Zach Danziger started with Oli Rockberger, who manned the keyboards at last year’s performance in the same venue in Munich. And I came across this:

Zach Danziger and Owen Biddle TEDx Performance.

Now, as an avid live music buff or culturally inclined individual, I think it’s a good idea to be prepared for the fact that you can leave your typical ways of conventional listening to music at home – and this doesn’t even account for your preferred genre of music. Instead, what you’re going to experience transcends downtrodden, stale ideas of genre, musical form and performances thereof: You’ll experience a sonic vortex that will challenge not only your musical self – be it as an active musician or music lover -, but what the congenial power trio are bringing to the stage in real time is nothing short of a new approach to sonic perception per se. Forget about figuring out, where the predominant beat of any given bar is placed, cast aside ideas of “four on the floor” or even just regular measures, but try to open your mind to the idea of a pulse being generated from a free form of audio triggers that will still amalgamate into an inimitable blend of phrases, beats and heavily throbbing sub-tones coming from Biddle’s bass with its equally outstanding looks sporting an acrylic body, thus exposing the electronics built into the instrument.

What was interesting this year is that the sound seems to have changed a little bit over last year’s, probably due to a new, less cumbersome approach of the band to setting up and handling the electronic hardware involved in creating these fireworks of signals, both conventional as well as MIDI-triggered/electronic. In a nutshell, you could say that each instruments is connected to an audio interface that functions a little bit like a microphone at its core, thus sending the regular audio impulse to a piece of software on the laptop, from which a series and layers of electronic signals are being generated. I hadn’t really asked for a proper interview slot nor asked for such a thing impromptu (thus respecting the band’s schedule and existing agreements with other parties), but managed to get this one inquiry in when overhearing another interviewer’s question, while the band finished setting up and checking sound. For the tech geeks amongst  us: From what I derived from Zach Danziger’s reply was that they now use an approach, which takes the raw audio signal, sends it into the software, the software reads “transient spikes” of audio and uses those spikes to generate a MIDI signal to be interpreted by sound generating plug-ins, such as e.g. MIDI synthesizers or arpeggios coming from said plug-ins. I would have loved to follow up on this and get the specific details, but this time, I hadn’t really arranged for such an opportunity in advance.

What’s interesting about this approach is that there is a stronger place and role for the conventional sounds coming from the instruments. In other words: Whereas last year’s sound was almost purely electronic, this year’s sound provided a more prominent place in the mix for the instruments per se, which became visually and sonically apparent via Preiss’s vintage Fender Rhodes piano on stage, which created a nice antidote to the purely electronic sounds coming from all sorts of other keyboards and hardware they had set up. At the risk of contradicting my own headline here: You might say that the instruments’ natural sounds being more present in the overall “audioscape” might be taken as a kind of sonic “guardrail” or “anchors”, whereby you might have an easier time discerning all of what’s going on on stage.

The most impressing thing – to me, anyway – was the connection between the band members and just how they’re capable of keeping that pulse going without form, lead sheets and acting purely on feel, instinct and a few cues here and there, while they seemed to take turns in “leading the pack” musically with the other two responding immediately and making musical sense of whatever was introduced at any given moment.

If you had to put it in one phrase, I’d say this outstanding act represents a musical force majeure that can barely be explained, but needs to be experienced in order to get the full effect of their art. And isn’t true art about challenging conventions of any kind here and there? If that was true, O.S.Z. fully deliver!

Carol Kaye: Session Legend Interview (full) – YouTube


At the risk of making a complete fool of myself, I must admit that of all the names that appeared in the liner notes of the records I’ve bought or listened to over at friends’ houses, hers escaped me in all those years. Why that is, especially since she played on so many hit records, I don’t know. Maybe musical tunnel vision of some kind. Whatever.

But now that my Facebook buddy Charles Hoernemann, an accomplished guitarist, composer, long time studio cat and recording artist and engineer himself, introduced me to her, I can’t seem to get enough of her. Or let me put it differently: She is the first person (in music) I never met and whom I’d love to meet. Next to the wealth of music she contributed to and the legacy she shares with us, I get a vibe from her that I wish I had been around in my “formative years”, as they’re often called. And not only as a musician or music educator, but as a person, too. It’s been a long time since I’ve heard someone speak with such authority and integrity on all matters music (and the people involved), but also outside of music. To me, she is the perfect example of the expression “down to earth”, while at the same time having managed to preserve an aliveness and heartbeat I unfortunately haven’t come across too often in my life. If I had had someone like her as a music teacher at around, say, age 20, I guess, my life might have taken a much different course from what it actually took (and that one ended in a complete desaster, to be all honest). But I don’t intend to make this about me other than saying: Watching this is true inspiration on all levels – and in buckets so.

The interview lasts for over an hour, but she always gets to the point of the questions asked quickly, spikes up the footage by throwing in lots and lots of hands-on examples on both the guitar and the bass and effortlessly walks us through 60-70 years of music history, while sharing personal anecdotes to back up her own history. In terms of education as well as inspiration, I can’t think of spending a better 70 minutes on the web. Carol Kaye. Wow. And thank you!

Carol Kaye: Session Legend Interview (full) – YouTube.

Mo´Fazz @ musica!bühne.


“Clubjazz vom Feinsten”, so kündigte Michael Nasswetter, Organisator der musica!bühne im “Pauls” in der Maxvorstadt die Band Mo Fazz an, die offiziell den Start einer musikalischen Veranstaltungsreihe von März bis zunächst Juni 2014 einläutete. Und tatsächlich muss man nach dem Besuch der Bandwebseite feststellen, dass die vier Herren in der Besetzung Drums (Fritz Rittmüller), E- und Kontrabass (Manuel Frey), Keyboards (Ansgar Gusinde) sowie Tenor- und Sopransaxophon (Oliver Knab) ihre Instrumente und ihr Handwerk trefflich beherrschen.

Aber Virtuosität und abgehobene Jazz-”Akademik” stehen weniger im Mittelpunkt ihrer Auftritte – Spaß machen soll das Ganze und unterhaltend sein! Und dass sich Unterhaltungswert und Anspruch bestens miteinander vereinbaren lassen, davon konnten sich die teils auch von außerhalb Münchens angereisten alten und neuen Mo Fazz-Fans einen entspannten und gleichzeitig spannenden Abend lang überzeugen.

Eingefleischte Jazzconnaisseure mögen sich eventuell fragen, was es denn mit Clubjazz nun genau auf sich habe, zumal der Jazz ja ohnehin in Clubs zu Hause ist. Am aufschlußreichsten dürfte da die Erklärung der Band selbst in diesem sehr professionell präsentierten Videoclip sein.

Oder wie Fritz Rittmüller dann später an diesem Abend erläuterte: “Die Mischung macht’s”. Und die war über zwei üppig bestückte Sets von ca. 20.30h bis ca. 23.30h fein abgeschmeckt mit Titeln aus den Federn der jeweiligen Bandmitglieder sowie pfiffig arrangierten und knackig gespielten Coverversionen oder bekannten Jazz-Standards. Ganz herausragend in diesem Zusammenhang: Eine frech swingende Interpretation des 80-er-Jahre Hits “Steppin’ Out” von Joe Jackson (hier im Original), balladesk und verträumt, handwerklich aber beeindruckend eröffnet von Ansgar Gusinde. Spätestens hier merkte man ihm und auch den übrigen Bandmitgliedern an, dass sie vollständig “warm gespielt” waren, obschon auch schon beim Auftakt-Song “Stolen Moments” von Oliver Nelson, einem hinlänglich bekannten Jazz-Standard, jeder Ton und Beat “in the pocket” war und damit im Musikerjargon ausgedrückt wird, dass es einfach groovte!

Tatsächlich dürfte das auch ein wesentliches Qualitätsmerkmal der Band sein: Eine gut eingespielte Rhythmusgruppe aus wahlweise Kontra- oder E-Bass und drums, die auch bei den teils ausgetüftelten Eigenkompositionen immer ordentlich “Schub” liefert und stets eine solide Groovebasis bereitstellt. Und weil sich die Band auf diese unerschütterliche, timingfeste Basis verlassen kann, schrecken sie in ihren Kompositionen auch nicht vor Polyrhythmen oder raffinierten bis gelegentlich abrupten Rhythmus- und Tempowechseln zurück, offenbar wohlwissend, dass Rittmüller durch nichts aus der Ruhe und Konzentration zu bringen ist. Diese routinierte Gelassenheit gepaart mit gleichzeitiger Spielfreude scheint ihm genügend Konzentration zu lassen um auch noch bei einigen Vocal-Titeln die Leadstimme mit einem rauchig-rockigen Timbre zu singen. Klassiker aus dem Great American Songbook wie z.B. “It Ain’t Necessarily So” oder das schon erwähnte “Steppin’ Out” sowie auch etwa die Mo-Fazz-Eigenkomposition “Defeated” bekommen so einen Wiedererkennungswert, den man manchmal selbst bei den profiliertesten Virtuosen vermisst. Austauschbarkeit in der Darbietung der Titel müssen Mo Fazz also schon mal nicht so schnell fürchten.

Während die Kompositionen von Rittmüller stets die ungebremste Freude an Groove und Melodie erkennen lassen, scheinen jene von Oliver Knab oder Ansgar Gusinde eher einen Hang zum Experimentellen aufzuweisen – ein neugieriges Herantasten an das Mischen von Genres, Rhythmen, Stilistiken. Am Ende fügt sich dann aber doch immer wieder alles organisch zusammen, so dass das Zuhören niemals Gefahr läuft, zur bemühten Aufmerksamkeitsübung zu geraten. Und das, obschon auch solistisch genug “passiert”, so dass auch die eher analytischen Zuhörer genügend “Hörfutter” haben sollten um einen Abend lang interessiert bei der Sache sein zu können. Was die selbst komponierten Titel anbelangt, so scheint die nunmehr seit über vier Jahren bestehende und bereits mit wiederholten Jazzfestival-Meriten ausgezeichnete Band sich inzwischen auf ihre “Schreibe” eingeschossen zu haben, die wiederum den originellen Charakter und Wiedererkennungswert bekräftigt. Und auch ein kräftiges Augenzwinkern kommt nicht zu kurz bei Titeln wie z.B. “Wurstsalat”, einer Nummer mit einem ordentlichen Schuß Funk, von Ansgar Gusinde mit dem von Stevie Wonder bekanntgemachten und häufig benutzten Hohner-D6-Clavinet-Sounds serviert und inspiriert laut Rittmüller von einer Anekdote aus dem Bandleben. Hier lief übrigens Ansgar Gusinde zu Bestform auf und setzte dem “Wurstsalat” ein scharfes Dressing in Form eines leidenschaftlichen Piano-Solos auf, das sich vor den bekannteren Tasten”königen” der Münchner Jazzszene nicht zu verstecken brauchte.

Einen ähnlich strahlenden Moment hatte Manuel Frey in “Lotte goes funky“, einer Komposition von Oliver Knab, die er um ein beherztes Slap-Bass-Solo bereicherte, wie es sich für eine Nummer mit deutlichen Anklängen an den Funk eben gehört! Auch Fritz Rittmüller konnte in diesem Stück während seines Schlagzeugsolos noch einmal richtig zeigen, was es buchstäblich geschlagen hatte.

Einzig die Besucherzahl hätte durchaus noch die eine oder andere Zugabe verdient, obwohl das Lokal mit reichlich Fans der Band und neugierigen Gästen der Münchner Musikszene besetzt war. Das plötzlich einsetzende schlechte Wetter zum Wochenende könnte durchaus mit verantwortlich gewesen sein, zumal ja Münchner Autofahrer bei Regen grundsätzlich das Fahren verlernen, vergessen, wo das Gaspedal ist und im Handumdrehen chaotische Verkehrsverhältnisse produzieren. Gut möglich, dass da der eine oder andere einem Abend auf dem Wohnzimmersofa den Vorzug gegeben haben mag.

Von diesen kleinen Widrigkeiten liessen sich aber weder der Initiator Michael Nasswetter noch das sehr aufmerksame und bestgelaunte Team und schon gar nicht das anwesende Publikum im Pauls die Stimmung verderben.

Bleibt nur noch zu hoffen, dass die Initiative von Michael Nasswetter, der auch Mitbegründer und -betreiber des Musicaladens am Tegernsee ist, mit den weiteren Veranstaltungen und angekündigten Acts reichlich Zuspruch beim Münchner Publikum findet, auf dass die lokale Musikszene um einen weiteren schönen Auftrittsort bereichert bleiben möge.

(©W. Nieke, verlinkte Medien und Quellen mit freundlicher Genehmigung der Band und des Veranstalters)

Bilder gibt’s hier zu sehen.

Eröffnung Musica! Buehne (ehemals Pauls) – Livemusik & Gastropub in der Maxvorstadt!


 Es gibt ein neues Livemusik-Lokal in München, die Musica!Buehne! Zur heutigen Eröffnung am 22.03.2014 spielt die Band Mo Fazz, die neben Club- und Dinner-Jazz auch selbstkomponiertes Material sowie eine eigene CD im Gigbag haben. Einlass in den Räumen des ehemaligen Pauls in der Augustenstraße 53 ist heute abend ab 19.00h, die Band beginnt ab ca. 20.30h zu spielen.

Die Musica!Bühne als Livelokal in der Münchner Innenstadt vervollständigt das bereits umfassende Musik-Komplettangebot des Musica!Ladens am schönen Tegernsee mit Musikschule, Musikgeschäft, Instrumenten- und PA-Verleih, Musikreisen, eigenem Tonstudio samt CD-Produktion, eigenem Label, Booking, Promotion und Vertrieb. Seine rührigen Inhaber Michael Nasswetter und Thomas Tomaschek starten also nun auch als Betreiber einer eigenen Musikbühne mit Gastropub, das sie seit etwa Jahresbeginn geplant und angekündigt hatten. Das sagen sie selbst über ihr neues Unterfangen:

Das ehemalige Pauls in der Maxvorstadt – wer kennt es nicht?

Ab 22.03.14 findet dort nun eine neue Live-Bühne ihr Zuhause - die “musica!bühne.”

Jeden Freitag oder Samstag – von alpenländisch bis jazzig und von Akustikpop bis Soul – Hauptsache bunt.

Bitte beachtet hierzu unser Programm oder die aktuellen Veranstaltungshinweise auf dieser Seite.

Reservierungen können künftig vorab unter Tel.: 08022.859980 (musica!laden.) oder per email an bühne@musicaladen.de vorgenommen werden.

Das Konzept klingt plausibel, zumal die Live-Musiklandschaft Münchens sich ja in den vergangenen Jahren extrem ausgedünnt hat und jedes hinzukommende Livemusik-Lokal gleich mal mit Vorschußlorbeeren als Bereicherung verstanden werden darf. Wir wünschen jedenfalls viel Erfolg und sind schon gespannt auf den heutigen Premierenabend!

Veranstalter: musica!GmbH, Südliche Hauptstr. 25, 83700 Rottach-Egernm www.musicaladen.de

(Text ©W. Nieke)

Pono Music – Where Your Soul Rediscovers Music by the PonoMusic Team — Kickstarter


Music publisher and radio host Tom Glagow found this article on a kickstarter campaign that’s said to put the emotion back into the music listening experience:

Pono Music – Where Your Soul Rediscovers Music by the PonoMusic Team — Kickstarter.

Apparently, the basic idea of Pono Music is that with the highly compressed MP3 format, a lot of the original listening experience known from the Vinyl era gets lost. While music having gone digital has brought about a lot of convenience, both in managing a music library and in obtaining the tracks (via digital download of some kind), the original feeling of “oooohhhhh” got lost along the way. That may be one of the reasons that turned music into a commodity that ranges anywhere between the fruit you put into the blender for your home made smoothie and the key finder you keep somewhere in the hallway.

Pono Music intend to change that and put the emotion back into this experience that has become more background ambience than bold avantgarde. The founders claim that high resolution digital files work those emotional strings in the listener in the same or a similar way we – the older ones among us at least – remember from going to see a concert or listen to vinyls on our sophisticated home stereo systems. So apparently, it’s not only about the use of available technology, but also about something on top if audio geekery. Early testimonials from co-founders and supporting artists seem to reveal an experience that stands out from your regular MP3-/iPhone/iPad listening experience. What is more, the entire concept is based on a homogenous “ecosphere” of technology, delivery of content as well as suitable player devices. For those of us, who saw the introduction of the iTunes Music Store, this sounds a little bit like a pimped rerun of the first. However – listening to music is and was a subjective experience by “definition”. In other words: A very human-like one. So, I guess, we’ll be able to tell once we get to take a listen ourselves. In any case: Allt this is likely to come as good news for your avid audiophile.

Behind the scenes at Music Xray – “Walkthrough” Video


I’ve been registered on this site for probably going on two years. I’ve always wondered, whether and how it really works. This video gives a very plausable demonstration of what happens “under the hood” or “behind the scenes” of this site in terms of matching artist material with what industry professionals are looking for. Quite fascinating!

Behind the scenes at Music Xray – YouTube.